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biolitec® in der Proktologie

Minimal-invasive Therapie bei Steißbeinfisteln

SiLaC®

„Sofort zum Arzt, wenn es juckt und nässt“ – Bei frühzeitigem Arztbesuch ambulante Behandlung bei Steißbeinfisteln möglich

Dr. Thomas Deska WittenDr. Thomas Deska ist Leitender Oberarzt Allgemein- und Viszeralchirurgie in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Marien-Hospitals Witten. Er verfügt über fachärztliche Ausbildungen für Allgemeinchirurgie, Viszeralchirurgie sowie Spezielle Viszeralchirurgie mit Zusatzbezeichnung Proktologie. Die chirurgische Spezialklinik hat außerdem eine Zertifizierung zum Kompetenzzentrum für chirurgische Koloproktologie von der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV).


Dr. Deska, seit wann arbeiten Sie mit der Lasermethode SiLaC®?

Wir im Marien-Hospital haben 2011 begonnen, Analfisteln mit dem Lasersystem der biolitec® zu behandeln. Nach einem halben Jahr haben wir das auch auf Steißbeinfisteln und Hämorrhoiden ausgeweitet. SiLaC® (Sinus Pilonidalis Laser Closure) ist die Bezeichnung für die Behandlungs-Methode der biolitec® bei Steißbeinfisten.

Wie viele Patienten behandeln Sie mit der Lasermethode?
Bezogen auf Analfisteln, Steißbeinfisteln und Hämorrhoiden operieren wir im Jahr zwischen 200 und 300 Patienten.

Was sind eigentlich Steißbeinfisteln?
Steißbeinfisteln (medizinisch „Sinus Pilonidalis“) sind akute oder chronische Entzündungen im Bereich des unteren Rückens und der Steißbeinregion. Hier sind Bakterien unter die Haut gelangt und bilden eine Entzündung aus. Zuerst versucht der Körper, durch die Bildung eines oder mehrerer Gänge (Fisteln) die Entzündung aus dem Körper herauszubringen. Unbehandelt bildet sich im weiteren Verlauf eine Eiterhöhle – ein Abszess.

Woran können Patienten merken, dass sie eine Steißbeinfistel ausbilden?
Wenn es immer wieder juckt und ein bisschen nässt, sollten Patienten nicht zögern und einen Proktologen die Ursache abklären lassen. Wenn es sich um eine Fistel handelt, die Ultraschalluntersuchung aber bestätigt, dass sich noch keine Eiterhöhle gebildet hat, kann dieses Problem relativ schnell und unkompliziert mit der Lasermethode SiLaC® in einem einzigen Eingriff innerhalb weniger Minuten beseitigt werden. Dieser Eingriff schädigt umliegendes Gewebe kaum und verläuft ohne Blutungen. Danach kann der Patient direkt nach Hause gehen.
Wenn allerdings ein Druckschmerz hinzukommt und das Sitzen unangenehm oder sogar unmöglich wird, gilt es keine weitere Zeit zu verlieren! Das spricht dann bereits für die Ausbildung einer Eiterhöhle (Abszess), die so schnell wie möglich operiert werden muss! Diese Situation haben wir bei ca. 70% der Patienten, die sich bei uns vorstellen.

Wie geht die Operation vonstatten?
Es ist wichtig zu wissen, dass die Therapie einer Steißbeinfistel mit Abszess ein mehrstufiges Verfahren ist. Zuerst wird in einem ambulanten Eingriff unter einer Spinalanästhesie oder Vollnarkose die Eiterhöhle aufgeschnitten (gespalten), gereinigt und gespült. Denn das sich im Inneren der Eiterhöhle befindliche entzündete Drüsengewebe (Epithel) kann vom Körper selbst nicht abgebaut werden. Dann erhält der Patient ein Antibiotikum für 10 Tage gegen die Entzündung. Nach diesem Zeitraum kommt er wieder zu uns in die Klinik und die Lasermethode SiLaC® kommt zum Einsatz. Wir bestrahlen alle Fistelgänge (Pits) mit dem Laser, was diese verschließt. Die in ihrer Größe reduzierte Fistelhöhle wird noch einmal gereinigt, um alle Rückstände restlos zu beseitigen. Die Wunde wird danach nicht vernäht, sondern bleibt offen, damit sich keine neuen Entzündungsherde bilden können.

Was ist mit Patienten, die bereits schon einmal operiert worden sind?
Grundsätzlich muss man bedenken, dass Erkrankungen wie Steißbeinfisteln immer wieder auftreten können. Die Ursachen sind unterschiedlich und gegen hormonelle Veränderungen oder vererbte Anlagen kann man nicht viel ausrichten. Wichtig zu wissen ist, dass sowohl Patienten mit immer wieder neu entstehenden Steißbeinfisteln als auch Patienten mit Wundheilungsstörungen nach bereits erfolgten Operationen behandelt werden können. Die meisten Probleme machen Operationsmethoden, die vor längerer Zeit angewendet worden sind, als es die modernen und minimal-invasiven Methoden von heute noch nicht gab. Das trifft vor allem auf Verfahren zu, bei denen großflächig Gewebe entfernt werden musste und Wundflächen schlecht verheilen. Hier kann man heute mit moderneren Methoden helfen.


Mehr Informationen unter: https://www.marien-hospital-witten.de/fachabteilungen/klinik-fuer-allgemein-und-viszeralchirurgie/team.html